Die letzten Tage war einiges los.
Alles fing damit an, dass ich, ein wenig kränkelnd, am Samstag auf dem Balkon gefrühstückt habe. Irgendwie habe ich mich gefühlt, wie Pete Doherty in der Reha, und tatsächlich sah ich auch so aus:

Weiter ging es mit jeder Menge Arbeit, und zwar weil dort ein fünf Meter langes und zwei Meter hohes Regal einfach weggebrochen ist und wir so ziemlich alles umräumen mussten.
Abends dann auf einer Geburtstagsfeier der Pausbach-Familie gewesen und jede Menge Spaß mit den zahlreichen Darbietungen gehabt. (Unter anderem tanzte Tillus in kompletter Kochmontur mit einem Tablett Buletten in der Hand herein, während sein Bruder: "Der Till der tanzt herein, er tanzt und tanzt auf einem Bein" sang.)
Der Sonntag ging weiter mit Brunch in der Richardstr., und nachdem wir dort so richtig schön faul gewesen waren, beschlossen wir, in den nahe gelegenen Comeniusgarten zu gehen und ein paar Runden
Ultimate zu spielen.
Als wir gerade mitten im Spiel waren und es so richtig anfing, Spaß zu machen, kam plötzlich ein bärtiger, schlaksiger, bebrillter Mann angespurtet und fing an, uns zu beschimpfen.
Er hat sich lautstark darüber aufgeregt, dass wir auf einer Wiese herumtrampeln würden, die der Artenvielfalt gewidmet sei und die für immer ihren natürlichen Reichtum verlieren würde, wenn wir alles platt trampelten.
Dazu muss man sagen, dass der Bereich wie eine normale Unkrautwiese aussah und keinerlei Warnschilder auf die unglaubliche Artenvielfalt hinwiesen.
Der Wohlstandshippie war gerade dabei, sich schön in Rage zu reden und dann sagte er Folgendes: "Sie sind ja schon so virtuell, dass sie das gar nicht mehr begreifen, was hier in der Natur passiert."
Da ist mir dann der Kragen geplatzt und ich habe ihn darauf hingewiesen, dass das eine maßlose Übertreibung sei und dass wir so virtuell gar nicht sein könnten, sonst würden wir nicht im Park stehen und Frisbee spielen. Daraufhin ist er abgerauscht und seine Begleiterin hat uns noch ca. fünf mal erklärt, wie eine Wiese wächst.
Abends dann geschah das nächste Unglück. Bei Mustafas Gemüsekebap lecker Dürüm geholt und dazu einen feinen Ayran. Den habe ich, wie eigentlich immer, in meine rechte Jackentasche gepackt. Nur dieses Mal bin ich beim Aussteigen aus einem Auto derart unglücklich gegen die Tür gerumst, dass der Becher gequetscht wurde und plötzlich ein schöner Ayran-See in meiner Jackentasche schwamm. So schnell kann man gar nicht reagieren, wie das ins Futteral läuft und aus den Nähten tropft.
Am gleichen Tag habe ich dann von Ly erfahren, dass es bei einem Fahrradladen bei uns um die Ecke eine Abwrackprämie für alte Fahrräder gibt. Dachte ich mir also, ideal, meine alte, klappernde, eigentlich nicht mehr fahrtaugliche Schrottgurke werde ich gerne los und bin zu unserer alten Wohnung, wo es noch seit Oktober stand.
Dort angekommen war es nicht geklaut, nein, ein Idiot hatte zumindest versucht, dass Schloss zu knacken und dadurch den Schließmechanismus komplett zerstört. So musste ich dann am nächsten Tag mit Hilfe von Lys Vater und drei verschiedenen Zangen das Schloss knacken. Ärgerlich war es vor allem wegen des Schlosses, aber was solls, jetzt habe ich ein neues, feines Fahrrad mit Nabenschaltung, Nabendynamo und funktionierenden Bremsen!